Die Hacke Peters
Die Hacke Peters
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Biographie

Die Vorgeschichte
Das Übliche eben, Gitarrenunterricht mit 10 (Kinder und Volkslieder), im November '79 mit dem Kinderchor bei ABBA auf der Bühne der Festhalle gestanden (I have a dream) obwohl ich doch da bereits zum KISS- und AC/DC-Fan mutiert war. Im Dezember '80 AC/DC (mein erstes Konzert als Zuschauer), daraufhin im Februar '81 die erste E-Gitarre erquängelt und gleich mal einen Auftritt hingelegt... im Kindergottesdienst - na klasse! Dann folgte eine Phase der geistigen Verwirrung: mit Klassenkameraden in einer Bluesband (naja, es war immerhin die Teestubenzeit), ein Auftritt im BIKUZ sozusagen im Vorprogramm der Strassenjungs (erste von ca. 10 Bands auf der gleichen Bühne). Es war echt eine wilde Zeit, im November '81 wurde das Hüttendorf an der Startbahn West geräumt, ein paar Jahre später sind dann dort sogar Schüsse gefallen... und ich habe immer noch brav Gitarre im Kindergottesdienst gespielt. Dann wurde schlagartig alles anders, es kam der NDW-Sommer! Im November '82 lernte ich endlich Frank und durch ihn die Sex Pistols kennen, kurz darauf habe ich mir dann die Punks not dead von Exploited gekauft, später Clash und OHL bei Malibu bestellt und umgehend erst mal die Windpocken bekommen. 1983: Slime, Anti-Nowhere-League, Blitz, Angry Samoans, Discharge, Dead Kennedys, Honkas und alles was man irgendwie notfalls als Kopie einer Kopie einer Kopie in die Finger bekommen konnte. Schon damals hieß es "Hometaping is killing Music" und auf manchem Tape blieb auch wirklich nicht mehr viel davon übrig. Frank hat sich schließlich einen Bass gekauft und wir haben angefangen im Hobbykeller zu Proben (Doomsday Doomsday!). Noch schnell eine Lederjacke auf dem Frankfurter Flohmarkt gekauft und zack, prompt ein Auftritt mit dem Chor bei Barry Manilow in der Jahrhunderthalle. Nee, so wird das nix! Ein neuer Anlauf: Im Oktober mit Frank und Volker (Schlagzeug auf Omo-Trommeln) die Band ZERRFETZT gegründet und dafür erst mal die oberposige Holz-Strat mit Autolack schwarz gespritzt. Schon gleich viel besser! Noch bevor der erste Song aufgenommen war Aufkleber drucken lassen. Im Januar '84 mit Frank, Volker am Gesang + Olli Bolli an der Snare - die ihm ansonsten mit Decke drüber als Beistelltisch diente - den ziemlich genialen Song Gandhi im "Kinder"zimmer aufgenommen. Der Bann war endlich gebrochen, jetzt ging's richtig los!!! Aber blöderweise gab es ausser Frank irgendwie niemanden, der ein Instrument ausser Flöte oder Holzblocktrommel spielen konnte und auch noch den gleichen Musikgeschmack hatte. Die Hosen füllten mittlerweile größere Hallen als das Mainzer Kuz und alle Kiddies liefen mit nagelneuen Ficken-Bumsen-Blasen-T-Shirts in Neonpink auf den Konzerten rum. Jetzt ist Punk wohl doch tot! Der Sommer stand daher im Zeichen von Venom, Sodom, Metallica und Tankard und es mussten tatsächlich noch einmal 2 meiner besten Jahre ins Land ziehen, bis ich mir dann vom ersten Lehrgeld im Dezember '86 ein Fostex-4-Spur-Tapedeck zulegen konnte. Im April '87 die Mimmis (mit Fabsi von ZK und Silke!!! am Bass) in Wiesbaden im ZickZack gesehen, im Mai meine ersten Docs gekauft und im Juni Silke!!! am Bass der Mimmis, King Rocko Schamoni und den Goldenen Zitronen nach Märschendorf und Hamburg nachgereist.

1987 - Das Demo-Tape
Musikalisch derart aufgeheizt habe ich mir im Sommerurlaub '87, das 4-Spur, einen Roland TR-505 Drumcomputer und die E-Gitarre gepackt und ab ging es in den Hobbykeller. Mit den Texten von Frank entstand so vom 13.-24.7.1987 mehr oder weniger im Alleingang das legendäre erste Demo-Tape mit 8 Songs der Hacke Peters. Schnell noch einen Stapel C-20 Tapes und ein zweites Tapedeck gekauft, so ging's los. Das qualitativ nicht ganz hochwertige Cover entstand unter ohrenbetäubendem Brrrrrr auf einem C64 mit 9-Nadel-Drucker. Die insgesamt 284 verkauften Tapes wechselten zum Herstellungspreis den (manchmal nicht ganz freiwilligen) Besitzer. Bevor man die Ohren blutig gelabert bekam, hatte der eine oder andere dann doch Erbarmen. Aber immerhin wurden 16 Stück über We Bite Records in Tübingen vertrieben und 147 über Malibu-Versand in Hamburg, übrigens einer der ersten Plattenversandläden mit eigener Punk-Sparte.

1988 - Der Klügere kippt nach!
Neues Jahr, neues Glück. Angestachelt durch den überragenden Erfolg des ersten Tapes und solch motivierenden Kommentaren wie "Äh, Dein Tapedeck ist kaputt, oder?" wurde zwischen dem 4.1. und 2.7.1988 an einem Nachfolger, dem Der Klügere kippt nach! Tape gearbeitet. Und das wurde sowas von aufgemotzt! Wieder 8 Songs, jetzt aber 30 min und mit farbigem Cover, Super-Mini-Poster (also superminni Poster, nicht super Minniposter) und PVC-Aufkleber. Und so erreichte es verdientermaßen auch die magische Schwelle von 1000 verkauften Tapes. Maßgeblich daran beteiligt war wieder der Malibu-Versand, über den zwischen Sommer '88 und Anfang '90 nach und nach sage und schreibe alleine 766 Tapes in alle Welt verteilt wurden. Aber auch WOM Frankfurt sei hierbei gedankt, dass sie mein selbstbemaltes und auf LP-Größe hochkopiertes DKKN-Cover in das Plattenfach unter "H" gestellt haben und so immerhin 25 Tapes an der Infotheke verkloppt haben. Ohne die Hilfe von Frank Babels Tapecopierservice (Blasting Youth Records) hätte ich die Tapes nie im Leben fertig bekommen.

1989 - Bunker Peters
Danach wurde es Zeit endlich auch mal als richtige Band in Erscheinung zu treten. Beim Verscheuern der Tapes hatten wir Marsu kennengelernt, der nach und nach mehr Gefallen an der Musik fand und sich schließlich sogar ein Schlagzeug kaufte. Am 1.12.1988 zogen wir im Schwanheimer Goldsteinbunker ein und lärmten erst einmal zu dritt herum. Der erste und einzige Auftritt war am 18.2.1989 bei Ebus Wassermannfete im Bornheimer Germaniabunker, ein voller Erfolg eigentlich. Never change a running System! Aber dadurch beflügelt wollte sich Marsu nun nicht länger im Hintergund aufhalten und löste mich am Micro ab. Gitarre alleine war mir eigentlich sowieso viel lieber. Für ihn fanden wir mit Pete auch einen mehr als ebenbürtigen Ersatz. Kurz darauf hatte Frank dann keine Lust mehr Bass zu üben, zog sich zurück und beschränkte sich aufs Texten. Für ihn schleppte Marsu über seine Ami-Connection John an und Diana erweiterte zusätzlich die Gitarrenfraktion. Alles veränderte sich, nicht mal die Berliner Mauer hielt stand. Im Februar 1990 entstanden gemeinsame Poserfotos im Bunker, aber es kriselte bereits. Jeder der anderen wollte ständig irgendetwas an den Songs ändern, hier ein Ska-Teil rein, da auch und hier erst recht. Dort waren die Drums zu eintönig und hier irgendetwas anderes nicht in Ordnung. Eigentlich nicht weiter schlimm, aber irgendwie war das langsam gar nicht mehr "meine" Band.

1990 - Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei
Am 3.3.1990 hatte ich schließlich von dem ganzen Hickhack die Schnauze voll, löste die Hacke Peters kurzerhand auf und sprengte damit gleichzeitig auch Franks 24. Geburtstagsfete. Sorry nochmal.
Im Sommer '90 habe ich mit Franks neuen Texten angefangen alleine im Bunker ein 3. Tape einzuspielen das aber nie fertig wurde. Ein paar Songs hängen noch auf der Tonbandspule eines damals ausgeliehenen 8-Spur-Tonbands und vielleicht schaffen auch sie noch irgendwann den Weg auf die Homepage. Hat irgendwer da draussen ein 8-Spur rumfliegen?

t.b.c.?
Nächstes Jahr steht also das 20jährige an, viele alte Punkbands haben sich reformiert und vielleicht werden wir das zum Jubiläum auch noch irgendwie schaffen.

Bis dahin: Haut rein,
Chris (Anfang 2006)

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